Neugierde nährt Neigung zu alternativen Nahrungsmitteln

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Aktuelles Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG beschäftigt sich mit alternativen Nahrungsmitteln sowie Anbau- und Herstellungsweisen.

Geschmack und Gewohnheit für „Allesesser*innen“ entscheidend

89 Prozent der Befragten bezeichnen sich als „Allesesser*innen“. Der größte Anteil an Befragten mit alternativen Ernährungsgewohnheiten (vegetarisch, pescetarisch und vegan) lässt sich insbesondere in den Gruppen der unter 29-Jährigen, Frauen und Großstädter*innen finden.

Die Motive für die jeweilige Ernährungsform sind in den beiden Gruppen „Allesesser*innen“ und Befragte mit fleischfreier Ernährung unterschiedlich. Während Erstgenannte vor allem geschmackliche Gründe (67 Prozent) und Gewohnheit (55 Prozent) angeben, sind das Wohl der Tiere (85 Prozent) und Umweltaspekte (65 Prozent) die Treiber der Vegetarier-, Pescetarier- und Veganer*innen. Die eigene Gesundheit spielt bei 43 Prozent der Allesesser*innen und 62 Prozent der Befragten mit fleischfreier Ernährungsform eine Rolle.

„Allesesser*innen“ weniger bereit, alternative Lebensmittel auszuprobieren

Die Relevanz von vegetarischen und veganen Alternativprodukten steigt. Unter den Teilnehmer*innen mit alternativer Ernährungsform machen diese aktuell einen Anteil von rund 20 Prozent der Ernährung aus, bei den befragten „Allesesser*innen“ rund 4 Prozent. Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der generellen Bereitschaft wider, alternative Nahrungsmittel auszuprobieren. So ist mit 53 Prozent unter den „Allesesser*innen“ nur ein als „mittelmäßig“ einzustufendes Interesse für Lebensmittelalternativen vorhanden, wohingegen das Interesse mit 82 Prozent unter den sich fleischfrei ernährenden Befragten wesentlich stärker  ausgeprägt ist. Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen den beiden Ernährungsformen, sondern auch zwischen den Geschlechtern. So liegt die Bereitschaft von Männern, alternative Nahrungsmittel auszuprobieren, mit 52 Prozent unter der von Frauen (60 Prozent ). Ebenfalls sinkt die Bereitschaft mit zunehmendem Alter.

Positive Bewertung von Milchalternativen, Skepsis gegenüber Fleischalternativen

Insbesondere Alternativen zu Milch und Käse bewerten alle Befragten positiv – vor allem Konsument*innen im Alter von 18 bis 39 Jahren. Ein anderes Bild zeichnet sich bei pflanzlichen Fleischalternativen ab: Diese werden über alle Ernährungsformen hinweg ambivalent bewertet, wobei das Urteil der jüngeren Konsumentengruppen vergleichsweise am positivsten ausfällt. In-Vitro-Fleisch hingegen wird quer durch die unterschiedlichen Konsumentengruppen als „unnatürlich“ bewertet. Dennoch sehen gleichzeitig 38 Prozent der Befragten In-Vitro-Fleisch als zukunftsweisend an.

„Die Produktion tierischer Proteine steht in direktem Zusammenhang mit Treibhausemissionen und einem hohen Ressourcenverbrauch. Die Ernährungsweise der 1. und Teilen der 2. Welt ist auf sehr hohe tierische Proteinkomponenten ausgerichtet. Dies wirft in Kombination mit einer unvermindert wachsenden Weltbevölkerung fundamentale Fragen nach einer nachhaltigeren und umweltbewussteren Ernährung auf. Mit wachsendem Bewusstsein für diese Zusammenhänge nimmt auch die Anzahl der Personen mit alternativen Ernährungsmustern zu. Das Consumer Barometer zeigt eindeutig, dass Konsument*innen heute bereits offen für alternative Ernährungsformen und Nahrungskomponenten sind“, so Stephan Fetsch, Head of Consumer Goods bei KPMG.

Die befragten Konsument*innen zeigen sich offen gegenüber kommenden Möglichkeiten im Bereich Nahrungsmittel und deren Anbau. Vor allem Urban Farming stößt mit insgesamt 62 Prozent Zustimmung über alle Alters- und Geschlechtergruppen hinweg auf hohe Akzeptanz.

Grafik

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